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Europäisches Parlament

euro_flagDas Europäische Parlament (EP) ist die Bürgervertretung Europas. Alle fünf Jahre werden seine Mitglieder aus den Reihen der 500 Millionen Unionsbürger direkt gewählt nach national unterschiedlichen Wahlsystemen. 2009 wurden 736 Abgeordnete aus 27 Staaten in die 7. Legislaturperiode des Parlaments gewählt, davon 99 aus Deutschland.
Die Abgeordneten finden sich in multinationalen Fraktionen zusammen, die Liberalen etwa in der ALDE. Das EP tagt überwiegend in Straßburg, seine Ausschüsse und Fraktionen in Brüssel und das Generalsekretariat sitzt in Luxemburg. Es besitzt ständig wachsende Gesetzgebungs-, Haushalts- und Kontrollbefugnisse, jedoch nur in Zusammenarbeit mit der Kommission und dem Ministerrat. Für die Ernennung des Kommissionspräsidenten muss wiederum die Zustimmung des EP vorliegen. Durch den Vertrag von Lissabon hat das EP weitere Zuständigkeiten erhalten - z.B. die volle Hoheit über die Ausgabenseite des EU-Haushalts. Präsident des Europäischen Parlaments ist derzeit Jerzy Buzek aus Polen.

Aufgaben des Europäischen Parlaments:

Prüfung und Genehmigung der europäischen Gesetzgebung

Das Parlament teilt sich in fast allen Politikfeldern die Gesetzgebungsfunktion mit dem EU-Ministerrat. Insgesamt ähnelt dieses Verfahren dem deutschen Gesetzgebungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat. Allerdings besitzt das Europäische Parlament – anders als der Bundestag – kein unmittelbares Initiativrecht, das heißt, es kann keine eigenen Gesetzesvorlagen einbringen.

Genehmigung und Kontrolle der Ausführung des EU-Haushaltsplans

Das Parlament ist zusammen mit dem EU-Ministerrat die Haushaltsbehörde der Europäischen Union. Das Europaparlament stellt jedes Jahr den Haushaltsplan der EU fest, der mit der Unterzeichnung durch den Präsidenten des Parlaments in Kraft tritt. Erst dann verfügt die EU über die finanziellen Mittel für das folgende Jahr. Die Festsetzung des EU-Haushalts ist für das Parlament die Gelegenheit, seine politischen Prioritäten durchzusetzen.

Nachdem das Parlament den Haushaltsplan verabschiedet hat, wacht es durch seinen Ausschuss für Haushaltskontrolle über die korrekte Verwendung der Mittel. Das Europaparlament übt so eine ständige Kontrolle über die Verwendung der Haushaltsmittel aus und achtet darauf, dass Betrug verhindert oder entdeckt wird. Zudem wird die Effizienz des Einsatzes der Haushaltsmittel geprüft. Erst nach dieser jährlich stattfindenden Bewertung erteilt oder verweigert das Parlament der EU-Kommission die Haushaltsentlastung.

Zustimmung zu wichtigen internationalen Abkommen

Das EU-Parlament entscheidet z.B. über den Beitritt neuer Mitgliedstaaten zur EU sowie Handels- und Assoziationsabkommen zwischen der EU und Drittländern.

Berufung der Europäischen Kommission

Der Präsident der EU-Kommission und die übrigen Kommissare benötigen die Zustimmung des EU-Parlaments für ihre Ernennung.

Arbeit des Europäischen Parlaments:

Die Europa-Abgeordneten nehmen jeden Monat an einer einwöchigen Plenartagung in Straßburg teil, wo sich der zweite Sitz des Europäischen Parlaments befindet. Für zwei Wochen im Monat finden Sitzungen der Ausschüsse in Brüssel statt, um den Kontakt zur EU-Kommission und zum EU-Ministerrat zu erleichtern. Zusätzlich finden kürzere Plenartagungen in Brüssel statt, um dringende Gesetzgebungsvorhaben zu beschließen.
Die Debatten im Parlament und in den Ausschüssen werden mit Hilfe von Simultandolmetschern in allen 23 Amtssprachen der EU geführt (Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Irisch, Italienisch, Lettisch, Litauisch, Maltesisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch). Dafür steht ein Generalsekretariat mit 3.500 Bediensten zur Verfügung, das die Mitglieder des EP auch wissenschaftlich berät.

Wie jedes Parlament hat auch dieses Ausschüsse, darunter bekannte wie den ECON für Wirtschaft und Währung und eher unbekannte wie PECH für Fischereiwesen. Insgesamt gibt es 20 Ausschüsse und zwei Unterausschüsse sowie zusätzlich etwaige Untersuchungsausschüsse. In der Legislaturperiode 2009-14 gibt es zusätzlich einen Nichtständigen Ausschuss zur Wirtschafts- und Finanzkrise, der von dem deutschen Liberalen, Wolf Klinz, geleitet wird.


Die Abgeordneten schließen sich überwiegend übernationalen Fraktionen an. Mangels einer echten Regierung gibt es auch keine klassische Opposition. Bei Sachfragen schließen sich die großen Fraktionen zum Erreichen der absoluten Mehrheit zusammen.

Weitere Informationen:

 

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